Was ist Fructoseintoleranz?

Fruchtzucker kommt in der Natur in Kernobst, Beeren, exotischen Früchten und Honig vor. Fructose ist zu gleichen Teilen - wie die Glucose - im Haushaltszucker (Saccharose) enthalten. Auch in fast allen Gemüsesorten kommt Fruktose vor, wenn auch in kleineren Mengen, zum Beispiel in Weißkohl, Rotkohl, Zwiebel oder Spargel.

Eigenschaften der Fructose:
Fructose wird nie vollständig aus der Nahrung aufgenommen und wird nur sehr viel langsamer über den Darm resorbiert als Glucose. Dies liegt am passiven Transport durch die Proteine GLUT2 und GLUT5 im Dünndarm. Fructose wird vom Körper viel schneller in Fett umgewandelt als Glucose (Lipogenese). (Parks, E. J. et al. (2008): Dietary Sugars Stimulate Fatty Acid Synthesis in Adults. In: J. Nutr. Bd. 138, S. 1039–1046)
Fructose und Diabetes: Früher wurde Diabetespatienten oft geraten, herkömmlichen Zucker durch Fruchtzucker zu ersetzen. Die Fructose bietet jedoch für Diabetiker keine Vorteile und ist als Alternative nicht zu empfehlen. Der erhöhte Konsum von Fructose führt zur gesteigerten Fettproduktion und Einlagerung beim Menschen. Als Folge kann Fettleber verursacht werden, aber auch Diabetes Mellitus Typ2. (Stellungnahme Nr. 041/2009 des BfR vom 06. März 2009)

Da der Zucker nicht vollständig resorbiert wird, kann gerade bei Kleinkindern, die viel Fruchtzucker zu sich nehmen, Durchfall eintreten. 

Fructoseintoleranz:

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Intoleranz:

1. Hereditäre (angeborene) Fructoseintoleranz: Die hereditäre Fructoseintoleranz ist ein Enzymdefekt, der den Fructoseabbau in der Leber betrifft. Als Folge lagert sich Fructose in giftigen Konzentrationen in den Zellen ein und stört den Glucosestoffwechsel und verursacht damit Unterzuckerung.

2. Intestinale Fruktoseintoleranz: Dies ist die häufigste Form von Fructoseintoleranz und tritt ein, wenn die Fructose im Dünndarm nur unvollständig aufgenommen wird (Fructosemalabsorbtion).

Dabei gibt es zwei Arten der Fructosemalabsorption:
a) Primäre Fructosemalabsorption: Hier funktionieren der GLUT-5 und der Dünndarmtransit von Natur aus in nicht genügendem Ausmaß.
b) Sekundäre Fructosemalabsorption: Die Dünndarmschleimhaut ist durch andere Krankheiten (z.B: Zöliakie, Morbus Crohn) oder Arzneimittel beschädigt.

Eine intestinal Fruktoseintoleranz liegt dann vor, wenn zur Fructosemalabsorption auch noch Symptome wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Blähungen oder Verstopfung hinzukommen.

Je nach Schwere der Fructoseintoleranz sollte auf die Aufnahme von fructosehaltigen Lebensmitteln wie Früchte , Haushaltzucker und teilweise auch Gemüsesorten möglichst verzichtet werden.

Verbreitung von Fruchtzuckerunverträglichkeit: 

Es gibt verschiedene wissenschaftliche Studien, die Zeigen das bereits die reine Zuführung von 25g Fructose bereits bei einem drittel aller Menschen eine gewisse Malabsorption aufweist. Von diesem Drittel ist etwa wiederum ein Drittel mit den Symptomen einer intestinalen Fructosemalabsorption betroffen.

Quelle: J.J. Rumessen, E. Gudmand-Hoyer: Absorption capacity of fructose in healthy adults. Comparison with sucrose and ist constituent monosaccharides. In: Gut. 27, 1986, S. 1161–1168.

 

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Diesen Artikel haben wir am Freitag, 23. Dezember 2011 in unseren Katalog aufgenommen.

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