Histamin-Unverträglichkeit

HistaminDas Glas Rotwein ist noch nicht ganz leer getrunken, da rötet sich bereits die Gesichtshaut, aber auch andere Empfindungsstörungen der Haut, wie z.B. Juckreiz, machen sich bemerkbar. Die häufigste Ursache: Eine Unverträglichkeit des biogenen Amins Histamin.

Histamin ist ein Molekül, das aus Aminsosäuren gebildet wird und kommt auch im Stoffwechsel des Menschen vor. Es ist kein künstlich zugesetzter Stoff in Nahrungsmitteln bzw. Fertiggerichten. Je länger Lebensmittel gelagert sind, desto mehr Histamin ist in der Regel in ihnen nachweisbar. Pro Mahlzeit nehmen wir normalerweise ca. 4 mg Histamin auf. Essen wir jedoch z.B. geräucherten Fisch oder lange gelagerten und gereiften Käse, kann sich die Zahl schnell auf 100 mg oder mehr erhöhen – ein Wert, der nicht mehr von allen Menschen vertragen wird. Histamin-Unverträglichkeit ist mengenabhängig, wobei die Toleranzgrenze von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Zum Abbau von Histamin benötigt der Körper das Enzym Diaminoxidase (DAO). Manche Personen verfügen nicht in ausreichendem Maße über dieses Enzym, sodass das aufgenommene Histamin nur verzögert abgebaut werden kann und sich im Blut anreichert, was dann zu unterschiedlichen Beschwerden führt.

Der Nachweis von Histaminunverträglichkeit ist schwierig, da es sich nicht um ein allergisches Geschehen handelt und damit auch keine Antikörper vorhanden sind, die man messen könnte. Ein genau geführtes Ernährungsprotokoll kann zur Aufklärung dienen. Die Beschwerden treten in der Regel bereits nach einer halben bis ganzen Stunde nach dem Verzehr auf. Kopfschmerzen, Rötung im Gesicht, am Hals oder Dekollete, Jucken mit Quaddeln, aber auch Störungen im Magen-Darmbereich – ja selbst Schnupfen- und Niesanfälle sind möglich. Meist klingen die Symptome bald wieder ab.

Wein zählt zu den häufigsten Auslösern von Intoleranz-Reaktionen durch das biogene Amin Histamin. Neben den oben erwähnten Krankheitserscheinungen können auch noch Kopfweh, das sich zur Migräne steigern kann, aber auch Herzrasen auftreten. 5 mg Histamin/Liter Wein gelten als Grenzwert für die gute Verträglichkeit von Wein.
Weitere Lebensmittel mit hoher Histaminkonzentration sind:

  • Sauerkraut,
  • alle lang gereiften Käsesorten,
  • Dosenfisch,
  • alles Geräucherte und Gepökelte,
  • Mariniertes,
  • Essig,
  • Schokolade
  • Einige Obstsorten (Banane, Orange, Kiwi, Erdbeere, Apfel)
  • und Gemüse (Tomate, Spinat, Karotte).

 
Bei bereits ausgesprochen verdorbenen Lebensmitteln kann es zu einer solchen Histaminanreicherung gekommen sein, dass bei Verzehr Vergiftungserscheinungen und/oder ein anaphylaktischer Schock die Folge sind.

(Quelle: Nahrungsmittel-Allergien. Autor: Dr. Claudia Thiel. 2004 TRIAS Verlag, Stuttgart)
 

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Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 03. April 2013 in unseren Katalog aufgenommen.

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