Diagnostik von Nahrungsmittelallergie

Eigendiagnostik

Recht eindeutig sind Kontaktallergien diagnosti-
zierbar: Wenn unmittelbar nach Genuss einer Erdbeere oder Erdnuss der Gaumen oder Rachen anschwillt, akut aufblühende Hautrötungen auftreten oder Atembeschwerden einsetzen, so ist die Diagnose rasch und ohne Labortests auch für den medizinischen Laien möglich. Er verzichtet ganz einfach auf diese Lebensmittel in Zukunft und achtet lediglich verstärkt auf die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel.
 

Viele Betroffene haben aber oft eine jahre-, manche sogar jahrzehntelange Leidenszeit hinter sich, bis endlich der Auslöser ihres Krankheitsbildes feststeht. Sie reagieren nämlich nicht unmittelbar auf ein bestimmtes Allergen, sondern erst Stunden, manchmal sogar Tage später. Dazu kommt, dass der Durchschnittsbürger  täglich ungefähr 120 verschiedene Substanzen zu sich nimmt – hier diejenige herauszuloten, die verantwortlich ist, übersteigt sehr oft die Möglichkeit der Eigendiagnostik. In einer einzigen Päckchensuppe finden sich z.B. allein leicht 30 verschiedene Inhaltsstoffe. Am ehesten hilft, über Wochen hinweg ein Tagebuch zu führen, in das sämtliche Substanzen aufgenommen werden, die verzehrt worden sind, dazu muss noch die Uhrzeit festgehalten werden.

Die Suche vereinfacht sich, wenn möglichst „unvermischte“ Nahrungsmittel eingenommen werden.  In einer Parallelspalte sind die Art der eintretenden Beschwerden sowie die Zeit einzutragen. Dies konsequent auszuführen, verlangt einen enormen Zeitaufwand und ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Sollte sich dann aber bei genauer Analyse der erfassten Daten ein fundierter Verdacht herauskristallisieren, kann mit der Weglassprobe begonnen werden. Nacheinander wird immer einzeln  eines der in Betracht kommenden Lebensmittel akurat weggelassen, bis entweder eine Verbesserung eintritt oder aber keinerlei Veränderung erkennbar ist.

Als Gegenversuch kann dann noch der Provokationstest gemacht werden: Es wird genau die Substanz konzentriert verzehrt, die man im Verdacht hat, die Wurzel allen Übels zu sein. Diese Form der Eigendiagnostik kann, muss aber nicht zum Erfolg führen. Denn häufig ist der Magen-Darmtrakt schon so geschädigt, dass allein die heiße oder kalte Temperatur eines Getränks oder einer Speise z.B. Übelkeit mit blitzartig einsetzendem Durchfall auslöst, ohne dass einer der Inhaltsstoffe allergenhaltig gewesen ist.

Fremddiagnostik

Manche, bei Weitem nicht alle unverträgliche Substanzen können durch den Arzt mit  einem Hauttest, Atemtest oder Auswertung einer Blutprobe (Labor: z.B. Nachweis entsprechender IgE-Werte) überprüft werden. Leider übernehmen auch heute noch nicht alle Krankenkassen, weder die gesetzlichen noch die privaten Kassen, die zum Teil beträchtlichen Laborkosten. Provokationstestungen sollten am besten im Krankenhaus durchgeführt werden. Das Abrechnungsprinzip von Krankenhausleistungen (sog. DRG-System) lässt aber nur ein bis zwei orale Provokationstestungen unter ärztlicher Überwachung zu.

Es mangelt in Deutschland  nach wie vor an flächendeckender Versorgung von Institutionen, die auf die Allergologie spezialisiert sind. Fragwürdige Diagnosen von Nichtspezialisten sind mit Vorsicht zu genießen, Behandlungsmethoden wie Elektroakupunktur sollte man kritisch gegenüber stehen.  Es lohnt sich, im Vorfeld gründlich zu recherchieren, welchem Arzt oder welcher Klinik man sein Vertrauen schenkt und wem man eine gesicherte Diagnose und damit eine erfolgversprechende Behandlung zutraut.

(Quelle: Weißbuch Allergie in Deutschland)
 

Kommentare:

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel und teilen Sie anderen Ihre Meinung mit!

Bewertung schreiben

Diesen Artikel haben wir am Montag, 09. Mai 2011 in unseren Katalog aufgenommen.

Suche

Willkommen zurück!

E-Mail-Adresse:
Passwort:
Passwort vergessen?
Neues Konto erstellen

Newsletter-Anmeldung

E-Mail-Adresse:

allergiefreiessen.de, Ihr Online Shop für Nahrungsmittel bei Unverträglichkeiten wie Zöliakie, Sprue, Laktoseintoleranz sowie allergenfreie, glutenfreie Nahrungsmittel

Parse Time: 0.140s