Zucker

Zucker ist der handelsübliche Begriff für Saccharose. Er ist aber auch der Überbegriff für alle Einfach- und Doppelzucker. Zucker wird als Nahrungsmittel und als Genussmittel gesehen. Es gibt unterschiedliche natürlich vorkommende Zuckerarten.


Darunter fallen:

Saccharose:

  • Haushaltszucker
  • Puderzucker
  • Rohrzucker

Die Saccharose ist ein sogenannter Zweifachzucker und besteht zu gleichen Teilen aus Glucose und Fructose. Saccharose wird im Körper zu den Einfachzuckern aufgespalten.

Glucose:

  • Dextrose
  • Traubenzucker

Glucose kommt nahezu überall vor. Sie wird bei Pflanzen durch Photosynthese produziert. Sie kommt im Milchzucker, Rübenzucker (Saccharose), Stärke und Cellulose vor und ist sogar Bestandteil der Zellstruktur.
Glucose ist der Treibstoff für die Zellen im menschlichen Körper. Es versorgt die Zellen mit Energie und wird dabei zu Wasser und CO2 abgebaut.
Wenn der Körper nicht genügend Sauerstoff zum Verarbeiten hat, entsteht das Lactat (verantwortlich für Muskelkater) .  Wenn sehr viel Glucose im Körper ist, wird diese als Reserve in körpereigenes Fett umgewandelt und gespeichert. Umgekehrt kann der Körper dieses Fett auch wieder in Glucose umwandeln und als Energieträger bereit stellen.

Fructose:

Fruchtzucker kommt in der Natur in Kernobst, Beeren, exotischen Früchten und Honig vor. Fructose ist zu gleichen Teilen - wie die Glucose - im Haushaltszucker (Saccharose) enthalten.
Auch in fast allen Gemüsesorten kommt Fruktose vor, wenn auch in kleineren Mengen, zum Beispiel in Weißkohl, Rotkohl, Zwiebel oder Spargel.


Eigenschaften der Fructose:
Fructose wird nie vollständig aus der Nahrung aufgenommen und wird nur sehr viel langsamer über den Darm resorbiert als Glucose. Dies liegt am passiven Transport durch die Proteine GLUT2 und GLUT5 im Dünndarm. Fructose wird vom Körper viel schneller in Fett umgewandelt als Glucose (Lipogenese). (Parks, E. J. et al. (2008): Dietary Sugars Stimulate Fatty Acid Synthesis in Adults. In: J. Nutr. Bd. 138, S. 1039–1046)
Fructose und Diabetes: Früher wurde Diabetespatienten oft geraten, herkömmlichen Zucker durch Fruchtzucker zu ersetzen. Die Fructose bietet jedoch für Diabetiker keine Vorteile und ist als Alternative nicht zu empfehlen. Der erhöhte Konsum von Fructose führt zur gesteigerten Fettproduktion und Einlagerung beim Menschen. Als Folge kann Fettleber verursacht werden, aber auch Diabetes Mellitus Typ2. (Stellungnahme Nr. 041/2009 des BfR vom 06. März 2009)

Da der Zucker nicht vollständig resorbiert wird, kann gerade bei Kleinkindern, die viel Fruchtzucker zu sich nehmen, Durchfall eintreten. 

Fructoseintoleranz:

Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Intoleranz:
1. Hereditäre (angeborene) Fructoseintoleranz: Die hereditäre Fructoseintoleranz ist ein Enzymdefekt, der den Fructoseabbau in der Leber betrifft. Als Folge lagert sich Fructose in giftigen Konzentrationen in den Zellen ein und stört den Glucosestoffwechsel und verursacht damit Unterzuckerung.

2. Intestinale Fruktoseintoleranz: Dies ist die häufigste Form von Fructoseintoleranz und tritt ein, wenn die Fructose im Dünndarm nur unvollständig aufgenommen wird (Fructosemalabsorbtion).

Dabei gibt es zwei Arten der Fructosemalabsorption:
a) Primäre Fructosemalabsorption: Hier funktionieren der GLUT-5 und der Dünndarmtransit von Natur aus in nicht genügendem Ausmaß.
b) Sekundäre Fructosemalabsorption: Die Dünndarmschleimhaut ist durch andere Krankheiten (z.B: Zöliakie, Morbus Crohn) oder Arzneimittel beschädigt.

Eine intestinal Fruktoseintoleranz liegt dann vor, wenn zur Fructosemalabsorption auch noch Symptome wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Blähungen oder Verstopfung hinzukommen.

Je nach Schwere der Fructoseintoleranz sollte auf die Aufnahme von fructosehaltigen Lebensmitteln wie Früchte , Haushaltzucker und teilweise auch Gemüsesorten möglichst verzichtet werden.

Maltose:

Maltose oder auch Malzzucker ist ein Zweifachzucker, der aus zwei Teilen Glucose besteht. Malzzucker ist ein natürlicher Stoff,der besonders in Gersten- und Kartoffelkeimen vorkommt.  Der übermäßige Konsum kann zu Durchfallerscheinungen führen.

Galaktose:

Die Galaktose wird auch Schleimzucker genannt und ist ein natürlicher Zucker. Die Galactose ist ein Bestandteil in der Muttermilch und ein wichtiger Energielieferant für Säuglinge. In der Leber wird die Galactose in Glycogen (Glucosespeicher) umgewandelt.

Lactose:

Lactose - oder auch Milchzucker - ist ebenfalls ein natürlich vorkommender Zweifachzucker. Lactose ist in allen Milchprodukten zu finden. Kuhmilch enthält ca. 47Gramm Lactose pro Liter.

Laktoseintoleranz:
In einigen Volksgruppen (z.B. Nordeuropa, Afrika), in denen seit jeher Milchlandwirtschaft betrieben wird, können durch die Evolution Menschen auch im Erwachsenenalter ausreichend Lactase produzieren. Die Lactose wird im Köper durch das Enzym Lactase in Glucose und Galactose umgewandelt. Die Lactaseproduktion wird im Erwachsenenalter aber nur noch in geringeren Mengen produziert. Wird die Lactose nicht mehr richtig verarbeitet bzw. die Lactase nur noch in unzureichender Menge produziert, spricht man von einer Lactoseunverträglichkeit oder Lactoseintoleranz. Der Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm– es kommt zur Gas- und Milchsäurebildung (verantworlich für Durchfälle).

Ursachen der Lactoseintoleranz:
Angeboren: Hier liegt ein Gendefekt vor, der die Lactasebildung stark einschränkt. Der Defekt ist meist direkt nach der Geburt an Durchfall festzustellen. Eine sehr selten vorkommende Form der angeborenen Laktoseintoleranz ist die direkte Aufnahme der Lactose bereits im Magen. Lactose gelangt in die Blutbahn (Lactosämie), wirkt schädlich und kann zu Vergiftungserscheinungen führen.
Primärer Lactasemangel: Wie oben erwähnt, verlieren manche Menschen über die Jahre die Fähigkeit, Lactase zu produzieren. Das  Resultat sind die schlechte Verwertung der Lactose und die bereits oben beschriebene Auswirkungen im Dickdarm.
Sekundärer Lactasemangel: Hier wird die Lactaseproduktion indirekt beeinflusst. Entweder liegt eine Erkrankung des Dünndarms vor (besonders bei Kindern) oder eine chronische Darmerkrankung wie die Zöliakie. Die Ursache können auch Mangelernährung und Alkoholmissbrauch sein.


Auswirkungen:

Die Auswirkungen erkennt man an der massiven Störung des Verdauungstrakts mit Blähungen, Durchfällen und sogar Erbrechen. Weitere Merkmale, die hinzukommen können, sind auch Depressionen, Müdigkeit und Schwindel.

Bei einer Lactoseintoleranz sollte auf lactosehaltige Lebensmittel grundsätzlich verzichtet werden. Für den Ausnahmefall kann Lactase in Apotheken und Drogeriemärkten erworben werden.
 

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Diesen Artikel haben wir am Mittwoch, 30. Januar 2013 in unseren Katalog aufgenommen.

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